Antike Möbel schätzen lassen
Ein Schrank aus dem Nachlass, eine Kommode vom Dachboden, ein Sekretär, der seit Generationen in der Familie steht: Bei Möbeln liegen Erwartung und Marktwert oft weit auseinander – in beide Richtungen. Eine Online-Einschätzung sagt Ihnen vor dem Verkauf, womit Sie rechnen können.
Welche Möbel wir einschätzen
Kommoden, Schränke, Vitrinen, Sekretäre, Truhen, Tische, Stühle, Kleinmöbel und Designklassiker – vom Barock über Biedermeier und Gründerzeit bis Jugendstil, Bauhaus und Nachkriegsdesign.
Woran sich das Alter eines Möbels ablesen lässt
Diese Merkmale schaue ich mir auf Ihren Fotos zuerst an. Sie können selbst danach suchen.
Die Zinken der Schubladen
Handgeschnittene Schwalbenschwanzverbindungen sind ungleichmäßig, unterschiedlich breit und oft nur wenige pro Schublade. Maschinell gefräste Zinken sind gleichmäßig und eng – sie sprechen für industrielle Fertigung ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Sägespuren an unbehandelten Stellen
Gerade, parallele Spuren stammen von der Gattersäge und sind das ältere Merkmal. Kreisförmige Bögen verweisen auf die Kreissäge, also auf jüngere Fertigung.
Die Furnierstärke
Ältere, von Hand gesägte Furniere sind deutlich dicker als die hauchdünnen Messerfurniere späterer Jahrzehnte. An Kanten und Absplitterungen lässt sich das oft erkennen.
Rückwand und Unterseite
Bei alten Möbeln sind sie meist unbehandelt, grob bearbeitet und anders gealtert als die Schauseiten. Eine saubere, gleichmäßige Rückwand ist ein Warnsignal.
Beschläge, Nägel und Schrauben
Handgeschmiedete Nägel und Schrauben mit unregelmäßigem Gewinde gehören zu älteren Möbeln. Moderne Kreuzschlitzschrauben verraten eine spätere Überarbeitung.
Schwund und Patina
Holz arbeitet über Jahrzehnte. Leicht ovale Bohrlöcher, Risse entlang der Maserung und ungleichmäßige Abnutzung an Griffen und Kanten sind schwer zu fälschen.
Drei Irrtümer, die beim Verkauf Geld kosten
Alt ist automatisch wertvoll
Gründerzeit- und Biedermeiermöbel wurden in enormer Zahl gebaut. Ein großer dunkler Schrank aus dieser Zeit ist heute oft schwer zu verschenken, so ehrlich muss man sein. Wert entsteht durch Qualität, Seltenheit und Nachfrage, nicht durch das Alter allein.
Aufgearbeitet bringt mehr
Meist das Gegenteil. Abbeizen, Neulackieren oder der Austausch originaler Beschläge vernichtet einen erheblichen Teil des Werts. Fragen Sie vor jeder Restaurierung nach – danach lässt es sich nicht zurücknehmen.
Der Händler nennt mir schon einen fairen Preis
Ohne eigene Einschätzung gehen Sie ohne Zahlen in ein Gespräch, in dem Ihr Gegenüber alle Zahlen hat.
Welche Fotos ich bei Möbeln brauche
Bei Möbeln sind die Details wichtiger als das Gesamtbild.
Das ganze Stück, frontal und schräg von der Seite
Eine herausgezogene Schublade von oben, so dass die Zinken sichtbar sind
Die Rückwand
Die Unterseite oder der Sockel
Beschläge, Schlüsselschilder, Griffe aus der Nähe
Jedes Etikett, Brandzeichen oder Stempel, oft innen oder hinten
Schäden, Ergänzungen und reparierte Stellen – bitte nicht weglassen, sie gehören zur Einschätzung
Tageslicht genügt, Handyfotos reichen völlig.
Ablauf, Dauer und Preis
Fotos über das Formular, per E-Mail oder WhatsApp senden. Sie erhalten in der Regel innerhalb von 1 bis 3 Werktagen ein PDF mit Beschreibung, Einordnung, Zustandsbeurteilung, Marktwert-Spanne in Euro und einer Empfehlung zum Verkaufsweg.
29,90 € pro Möbelstück, inklusive Umsatzsteuer. Rechnung erst nach Fertigstellung. Ab fünf Objekten auf Anfrage ein Angebot.
Grenzen der Online-Einschätzung
Eine Beurteilung nach Fotos ersetzt kein förmliches Gutachten für Gericht, Finanzamt oder Versicherung und keine Materialuntersuchung. Sie gibt Ihnen eine belastbare Orientierung für den Verkauf. Wenn Ihr Objekt eine Begutachtung vor Ort braucht, sage ich Ihnen das – kostenlos.
Fotos senden: kunstbewertung.info/bilder-hochladen, per E-Mail an info@kunstbewertung.info oder per WhatsApp an 0151 11 84 11 22.
Kommentare